Fall Carolin Gruber: Sommer- und Winterzeit verwechselt?

Aus der vorherigen Artikel https://mord-freiburg.com/2017/03/21/mordfall-carolin-g-von-der-soko-ignorierte-schreie-zeigen-neues-szenario/  ergab sich die Frage: Kann die Zeugenbeobachtung „gegen 15 Uhr an der Stadthalle“ auch schon um 14:45 Uhr gewesen sein, denn dann können für das Verständnis der Tat bedeutsame Schreie zum Fall gehören.

In der Folge hat nun die Soko Erle zusammen mit RTL2  für die Reihe „Ungeklärte Fälle“ ein Video erstellt wo der Fall nochmal erläutert werden soll.

Was dabei jedoch abgeliefert wird ist erschreckender Dilettantismus. Zuerst ist es noch verständlich, dass in der Darstellung nicht die echte Adresse von Familie Gruber gezeigt wird und man den Startpunkt quasi an den Marktplatz verlegt.

Wenn man dann aber ohne Erklärung die Joggerin in 20 Minuten nur 500 m zurücklegen läßt so wird mit so einem Quatsch die gesamte Darstellung fragwürdig

Ashampoo_Snap_2017.03.30_11h24m20s_007_.png

Carolin Gruber lief auch Marathon. Wir als Kinder sind schon in der Schule 1 km in 3 Minuten gelaufen. Ein trainierter Jogger braucht bei einer Geschwindigkeit von 1 km in 4 Minuten  für 500 m dann gerade mal 2 Minuten, selbst ein Spaziergänger braucht für so eine Entfernung nur 5 Minuten, was also sollen die 20 Minuten hier?

In Wahrheit betrug die Strecke ab Wohnhaus Carolin bis Stadthalle 1 km, realistisch wäre also eine Zeit unter 5 Minuten und nicht 20 Minuten.

Denken wir nun an folgende Pressemitteilung vom 09.11.2016

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110970/3480380

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die 27-jährige Frau am Sonntagnachmittag, gegen 15.00 Uhr (nicht 14.15 Uhr), ihre Wohnung im Endinger Stadtgebiet zu Fuß zum Joggen verlassen hat. Zeugen wollen die Vermisste kurz danach im Bereich der Stadthalle in Richtung „Bahlinger Weg“ noch gesehen haben.

Anfangs ging man also 3 Tage davon aus, dass Carolin um 14:15 Uhr losgelaufen ist.
Das wurde dann verschoben durch eine Zeugensichtung an der Stadthalle die man angab mit „gegen 15 Uhr“, was dann am 29.03.2017 auf „um 15:20 Uhr“ präzisiert wurde

Für die Strecke bis zur Stadthalle brauchte Carolin also wenn sie joggte unter 5 Minuten. Wenn sie um 14:15 Uhr losgelaufen wäre, dann wäre sie um 14:20 Uhr bei der Stadthalle gesehen worden. Und jetzt erfahren wir also am 29.03.2017, dass sie um exakt 15:20 Uhr bei der Stadthalle gesehen worden sein soll.

Es geht also um exakt eine Stunde Differenz. Hier liegt es nun nahe daran zu denken, dass hier versehentlich die am Tattag erst genau eine Woche zurückliegende Zeitumstellung einen Streich gespielt haben könnte. Wie haben die Zeugen an der Stadthalle die Zeit rekonstruiert? Haben sie auf eine Uhr geschaut, die noch nicht umgestellt war?

Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass die Zeugen eine Woche lang wirklich „in der falschen Zeit gelebt“ haben. Dennoch kann es hier Pannen geben, manche Geräte wie GPS eines Fahrzeugs oder Smartphones stellen die Zeit eigenständig um, andere Uhren wie in einem älteren KfZ oder einer billigen Armbanduhr müssen manuell umgestellt werden.  Auch Internetforen erfordern oft eine manuelle Umstellung.

Solange man nicht weiß, wie und durch was gesichert die Zeitangaben der Zeugen sind, bleiben weiter berechtigte Zweifel.

Denn der gesunde Menschenverstand sagt:
1. Wenn es hier offensichtlich um genau eine Stunde Zeitdifferenz geht, läßt das einfach aufhorchen und an einen möglichen Fehler denken, der durch die erst eine Woche zurückliegende Zeitumstellung bedingt sein könnte.
2. Diese Zweifel ergänzen sich mit der Besonderheit der Schreie, die eine von der Soko nicht beachtete Zeugin gegen 15 Uhr gehört hat. https://mord-freiburg.com/2017/03/21/mordfall-carolin-g-von-der-soko-ignorierte-schreie-zeigen-neues-szenario
Dass solche ungewöhlichen Schreie, bei denen die Zeugin an eine Frau in Not dachte, rein zufällig in zeitlicher und örtlicher Nähe zu dem Verbrechen wahrgenommen wurden läßt aufhorchen und an eine mögliche Panne denken.

Geht es hier wirklich bei dem allem um reine Zufälle oder weisen diese Koinzidenzen den Weg um katastrophale Pannen von den Dimensionen eines „Wattestäbchenskandals“ aufzudecken?

Das gilt es seriös und ergebnisoffen abzuklären. Durch was genau sind die Zeiten der Zeugen an der Stadthalle gesichert?

Durch etwas Exaktes, wie ein kurz vorher oder nachher geführtes Telefonat dessen Zeiten beim Provider exakt gespeichert wurden?

Oder durch etwas Fehleranfälliges, wie den Blick auf die Uhr eines KFZ, die einfach noch nicht umgestellt war oder an der verschiedene Familienmitglieder herumstellten, einer vielleicht sogar zuerst vor und zurück verwechselte, das zweimal korrigiert wurde usw. so dass letztlich keiner mehr weiß wann die richtige und wann die falsche Zeit eingestellt war?

Hier ist alles ungenau, schlampig, verdreht und wischiwaschi und mittlerweile kommt raus dass die Soko hier offenbar nur „mitgemacht“ und einen Statisten geschickt hat. Wie kann eine Soko augenscheinlich aktiv an einem Filmbericht mitwirken ohne dann auf eine Abnahme vor der Ausstrahlung zu bestehen? Sowas hab ja ich schon als „kleiner Nobody“ in den unter 10 Interviews durchsetzen können, die ich bisher im Laufe der Jahre nur gegeben habe. Wie soll es da vorstellbar sein, dass die Medien sich was aus den Fingern saugen, während sie unter Mitwirkung der Soko ständig den Eindruck vermitteln präzise zu informieren?

Wenn es eine Abnahme gegeben hätte, wie kann man gegenüber dem Bürger durch die aktive Mitwirkung von Soko-Mitarbeitern eine Verlässlichkeit der Informationen vorgaukeln und dann wieder alles wischiwaschi durcheinanderwerfen, wie kann man durch den Dreh an Originalschauplätzen und exakten Zeitangaben Genauigkeit vortäuschen und dann durch Schlamperei und krasse Fehlinformationen doch wieder alles zu einem Chaos und Schlamassel machen???

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