Fall Carolin G.: Kurzsichtig?

Es bestehen weiter Zweifel an der Täterschaft des festgenommenen Tatverdächtigen Catalin C.

Der gesamte Ermittlungsweg ist völlig fragwürdig. Als gesichert anzusehen ist nur: Durch Blut und DNA des Opfers an der im Inn gefundenen Eisenstange betrachte ich hier den Nachweis als erbracht, dass dies die Tatwaffe in Kufstein war.

Aber schon die Schlussfolgerung von dieser Waffe auf einen LKW-Fahrer als Täter ist völlig aus der Luft gegriffen, lediglich eine Möglichkeit.

In Ländern wie Osteuropa haben sehr sehr viele Leute eine Eisenstange als mitgeführte Schlagwaffe im Auto und setzen die (wie in vielen Youtube-Videos zu sehen) oft bei laufender Dashcam in Konflikten im Strassenverkehr ein und dabei ist es völlig egal aus welchem Berufsfeld die zweckentfremdete Stange ursprünglich kam.

Das heißt die gesamte „Rekonstruktion“ über die Stange und die Mautdaten kann völliger Quatsch sein, alles entscheidet sich hier bei der Frage wieviel Wahrscheinlichkeit letztlich die „hypothetische DNA“ von den Tatorten noch zuläßt.

Ashampoo_Snap_2017.06.13_19h51m22s_004_
Normal sind bei DNA 1 : 1.000.000.000
Wenn solche Werte erreicht werden, kann man von einem Wahrscheinlichkeitsbeweis sprechen. Aber trifft das hier zu?

Was ist, wenn hier nur 1 : 100 erreicht werden, weil die DNA beschädigt ist?

Dann ist folgendes möglich:

Der Tatverdächtige war im Januar 2014 als Angestellter einer italienischen Spedition zur Tatzeit mit einem Iveco-LKW in Kufstein, was er auch zugibt.
Zu dieser Zeit geschah der Mord durch einen Täter der mit LKW nichts zu tun hat und der die Stange Wochen vorher nur auf der Strasse gefunden und als Waffe für sich eingesteckt hatte.
Die gesamte Mautdaten-Geschichte kann völlig ohne jeden Belang sein und durch reinen Zufall kann sich der jetzt Festgenommene unter diesem Personenkreis befunden haben.
Da der Festgenommene im Bereich Endingen beruflich tätig ist und auch in der Gegend wohnt, ist es völlig unerheblich, weil normal, dass sein Handy hier eingeloggt war am Tattag. Das beweist alles überhaupt nichts und auch dass jemand irgendwo ein ähnliches Automodell wie den Privatwagen des Festgenommenen sah, beweist überhaupt nichts.

Hier hängt nun wie gesagt alles an der DNA und eben daran, welche Wahrscheinlichkeit hier noch zu erreichen ist. Alles andere kann sich als verheerende geistige Kurzschlüsse herausstellen. Ich behaupte nicht dass es so ist und ich „verteidige“ nicht den Festgenommenen, ich bin nicht von seiner Unschuld überzeugt …

sondern

… ich finde die „Beweisführung“, die seine Schuld belegen soll bisher einfach überhaupt nicht überzeugend.

Und dann noch mal zum Phantombild:
Dort wird ein Brillenträger mit einem völlig anderen Gesicht gezeigt, das gleicht dem Festgenommenen überhaupt nicht.
Seltsamerweise gleicht es aber ganz enorm einem anderen Fernfahrer aus dem Raum Endingen. Auch dieser Fernfahrer arbeitet heute in einer Spedition die die gleiche gelbe Farbe hat wie die Kleidung beim Phantombild in Kufstein und auch da wurde eine Brille erkannt.

Hier ist jetzt alles möglich, das Mega-Fiasko einer apokalyptischen „Ermittlungspanne des Jahrtausend“, oder dass sich die Indizien doch noch zu Beweisen verdichten bzw. es ein Geständnis des Festgenommenen gibt das durch darin gezeigtes Täterwissen besiegelt wird.
Es wäre deshalb völlig falsch es so zu verstehen, dass ich von der Unschuld des Festgenommenen überzeugt wäre, nochmal, ich kritisiere nur begründet die überhaupt nicht schlüssige „Indizienkette“ und betone die Wichtigkeit, dass klargestellt wird, welche konkrete Wahrscheinlichkeit und damit Beweiskraft das Thema DNA in diesem Sonderfall überhaupt noch hat.

Ausserdem:

Google hat am 04.06.2017 meinen Artikel mit folgender Aussage beweiskräftig festgehalten und den Zeitpunkt gesichert:

Ashampoo_Snap_2017.06.13_23h08m16s_006_

Es war diese meine Website hier
https://mord-freiburg.com/2017/06/04/fall-carolin-g-spurenleger-ermittelt/
wo im Artikel vom 04.06.2017 erstmals darauf hingewiesen wurde, dass die österreichische Polizei bei der Ermittlung der Herkunft der Eisenstange geschlampt hat.
Es ging um ein Erstausrüsterteil der LKW-Industrie und nicht um einen Baumarktartikel

 

Ashampoo_Snap_2017.06.13_18h58m08s_002_.png

Also zuerst habe ich aufgedeckt, dann hat die Badische Zeitung veröffentlicht was bei mir schon tagelang zu lesen war. Das einzige weitere Medium in Deutschland das die Sache sonst noch aufgriff und auch im Internet etwas veröffentlichte  war der Südkurier, alle anderen blieben unkritisch und auch der Südkurier ignoriert sonst regelmässig Argumente, wenn sie von einem Aussenseiter wie mir kommen.

 

Ashampoo_Snap_2017.06.13_19h12m01s_003_.png

Mehrmals aufgegriffen wurde es jedoch in Österreich, so wie hier

http://www.krone.at/tirol/fall-lucile-tirols-mord-ermittler-unter-beschuss-herbe-medien-kritik-story-573103

Herbe Medien-Kritik ….

„Hätte der Mord an Carolin verhindert werden können?“, fragt sich die „Badische Zeitung“ und greift damit öffentlich die Tiroler Polizei hart an. Denn laut der Regionalzeitung hätte „die österreichische Polizei die Zahl der verdächtigen Fahrzeuge aufgrund des Tatwerkzeugs und anhand von Mautdaten sehr schnell eingrenzen können“, lautet der Vorwurf. Im Gegensatz zu der in Deutschland eingerichteten Sonderkommision „Erle“ haben die Tiroler Ermittler aber offenbar nicht erkannt, dass die im Inn in Kufstein sichergestellte Tatwaffe eine Hubstange eines Lkw von einem Fahrzeug der Marke Iveco stammt. Laut der Lkw- Mautdaten sollen am Wochenende rund um den 12. Jänner 2014, an dem die 20- jährige Studentin Lucile aus Frankreich missbraucht und brutal ermordet wurde, nur 13 Lastwagen dieser Marke auf der Inntalautobahn bei Kufstein unterwegs gewesen sein. Noch bevor die Speichelprobe angeordnet wurde, die schließlich zur Verhaftung von Catalin C. (40) führte, soll den Kriminalisten in Freiburg aufgefallen sein, dass das Handy des rumänischen Fernfahrers an jenem Tag, an dem Carolin ermordet wurde, im Funknetz von Endingen eingeloggt war.

Vergessen wird, dass ohne die Arbeit der Polizeitaucher die Tatwaffe wohl nie gefunden worden wäre. LKA- Chef Walter Pupp wollte die Vorwürfe nicht kommentieren. „Ich lese das Badische Blattl nicht!“

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

Hier ignoriert man aber die sachliche Kritik und beginnt abwegig „aufzurechen“ und gegenzurechnen, weil die Taucher ja die Stange gefunden hätten…
Was jedoch nichts mit „Kriminalistik“ zu tun hat sondern mit …. tauchen.

Und dabei ist man als Journalist noch zu dumm um die Bedeutung des Begriffs „Medienkritik“
https://de.wikipedia.org/wiki/Medienkritik
zu verstehen, was ja nicht Kritik VON Medien bedeutet sondern Kritik AN Medien, also das was ich grad mache, liebe dumme Journalisten….

Und all dieser geistige Unrat und Schwachsinn der hier angesprochen wurde schwimmt in einer lauwarmen Suppe von verdummter Gesellschaft mit solchem Abschaumpotential, dass man nur noch kotzen könnte….

Oder sagen wir es so:

  1. Wenn eine Leiche auf der Strasse gefunden wird und 5 m weiter die Abdeckkappe eines Fahrradventils, so ist es eine völlig aus der Luft gegriffene reine MÖGLICHKEIT, dass die Abdeckkappe etwas mit der Leiche zu tun hat, kapiert?
  2. Wenn man jetzt aber einen Zusammenhang annimmt und versucht einen bestimmten Sportrad-Typ zu ermitteln und und und dann wird man auch wenn man immer mehr einschränkt auf irgendjemand kommen, der so ein Rad besitzt und irgendwann in der Nähe eingeloggt war.
  3. ABER dieses ganze Scheiss-Gedankengebäude ist eben von vorneherein dennoch einsturzgefährdet und windschief, weil schon die Grundannahmen aus der Luft gegriffen sind.

 

Und noch ein Häppchen, etwas zum Thema „Zufall“.  Eine wahre Geschichte und Leckerbissen für Statistiker.

Mir hat mal früher ein Mädchen gefallen und als sie mir sagte sie macht Urlaub mit ihrer Familie in Ungarn an der Donau sagte ich so nebenbei da könnte ich ja mal mit dem Kajak vorbeifahren und sie so mit einem Lächeln „Warum nicht“…
Naja, das war nicht so einfach, damals war es noch Ostblock und das Konsulat in Stuttgart sagte „geht nicht“, in Bonn hab ich aber das Visum gekriegt, bin dann von Ulm aus gepaddelt, so 100-140 km am Tag, die Hälfte davon Strömung und nach einigen Tagen war ich dort, hatte aber keine Adresse und konnte die Sprache nicht.  Das Einzige was ich wußte war dass die gesuchte Familie einen weissen Mercedes hatte, mein Irrtum war aber, dass ich dachte dass es flächenmässig ein kleines Kaff wäre und ich das Auto irgendwo stehen sehe. Es war aber ein viel qkm großer Ort und die Autos stehen auf dem Balkan nicht auf der Strasse sondern hinter hohen Zäunen im Innenhof.
Also keine Chance nach menschlichem Ermessen. Ich handelte jedoch nach der Devise: „Auch wenn Du ein dickes Tau suchst und mit einem Faden eigentlich nichts anfangen kannst, zieh dennoch auch an jedem kleinen Faden und kontrolliere, ob es das Ende eines Taus ist“ also jede kleine Chance nutzen und nicht aufgeben.
Und so bin ich einfach ziellos in die nächstbeste Seitenstrasse  marschiert und nach hunderten Metern höre ich plötzlich ein Hupen und drehe mich um. Umgedreht blickte ich dann in die Richtung der Hauptstrasse von wo ich kam und in dem Moment war dort gerade für den Bruchteil einer Sekunde ein weisses Auto zu sehen, welches von links nach recht über die Kreuzung brauste, ich sah dabei noch die Hälfte des Autos, das Hinterteil.
Und wie gesagt, alles in weiter Ferne. Und es war Vormittag, alles war belebt, es gab dort auf der Hauptstrasse viele Autos und keinerlei Grund wirklich anzunehmen, dass gerade dieser Bruchteil eines Autos im Bruchteil einer Sekunde zu dem von mir seit Wochen angestrebten Ziel gehört.
Aber egal, ich war fest entschlossen jede Chance zu nutzen, drehte um und ging zügig zurück zur Hauptstrasse, ohne jede realistische Chance denn selbst wenn es das gesuchte Auto gewesen wäre, war es ja in voller Fahrt und ich ohne Chance es zu erreichen.
Aber egal, ich gab nicht auf und als ich die Hauptstrasse wieder erreicht hatte und in die Richtung blickte wohin das Auto gefahren war, stand wiederum in weiter Ferne rechts am Strassenrand ein weisses Fahrzeug, Fabrikat auf die Entfernung nicht zu erkennen.
Ihr ahnt es schon, obwohl nichts dafür sprach, dass sich meine Bemühungen auszahlen könnten, nichts konnte mich stoppen einfach alles zu versuchen was möglich war und so ging ich einfach in dieser Richtung. Nach einiger Zeit erkannte ich dann in weiter Ferne dass es tatsächlich ein weisser Mercedes war und ab da begann ich zu rennen und das war auch nötig, denn gerade als ich in Rufweite war kam der Fahrer zum Fahrzeug zurück und wollte einsteigen und wegfahren.
Als er mich hörte blieb er stehen, es war die gesuchte Familie und zwar gerade auf dem Heimweg nach Deutschland, er hatte sich nur noch von Bekannten dort verabschiedet.
Einerseits war die Geschichte ein Reinfall und das Girlie hinten auf der Rücksitzbank schien mich plötzlich nicht mehr zu kennen aber scheiss drauf, bei der Suche passierte dennoch Erstaunliches und die Pointe des Ganzen kommt noch: Denken wir an den Moment, wo ich abgewandt in eine Seitenstrasse marschierte und weit weit hinter mir in der Ferne es hupte und als ich mich umdrehte sah ich im Bruchteil einer Sekunde den Bruchteil eines weissen Autos. Diese Leute dort zu finden hatte mich mit Vorbereitungen für Visa,  tausenden km paddeln usw.  fast 2 Wochen gedauert und das in Relation gestellt zur Größe des Zufalls mich in genau dem richtigen Sekundenbruchteil umgedreht zu haben ist wie ich finde sehr erstaunlich und auch wie es weiterging, weil selbst da es ja noch überhaupt keine Gewissheit bzw. man kann sagen überhaupt keine realistische Chance gab, dass sofort umkehren irgendwas bewirken könnte, selbst wenn es das Fahrzeug gewesen wäre.
Also statistisch gesehen unheimlich aussichtslos und doch hab ich mich gegen alle Wahrscheinlichkeiten gestellt und war am Ende doch erfolgreich, Gott sei Dank, zumindest in einem Detail, wenn auch das Widersehen selbst ein Reinfall war.
Aber das Interessanteste kommt noch:
Als ich den Fahrer also eingeholt hatte und mit ihm sprach fragte ich ihn, weshalb er überhaupt gehupt hat, worauf ich mich ja erst umgedreht hatte. Und da sagte er mir, er habe doch gar nicht gehupt !

So, darüber und um die „Wahrscheinlichkeiten“ dass sowas „zufällig“ in einer solchen Konstellation zusammenkommt, kann man jetzt nachdenken. Ich denke einem Statistiker wird da der Kopf rauchen, sowas sprengt jede statistische Vorstellung.

Und auch aufgrund solcher Erfahrungen mit Solchem, was jedes statistische Vorstellungsvermögen sprengen kann, lasse ich mich hier nicht so einfach mitreissen mit dem, was an den Überlegungen der Soko auch einfach geistige Kurzschlüsse sein kann…..

Solange es klare Widersprüche gibt und einer davon lautet: Catalin C., der Festgenommene, ist offenbar nicht fehlsichtig, hat auf keinem Foto eine Brille, ganz im Gegensatz zu beiden Phantombildern, die auch sonst eine ANDERE PERSON zeigen….

Nachtrag:

Nachdem nun heute auch noch dieser Artikel http://www.ziaruldeiasi.ro/local/iasi/judecatorii-l-au-trimis-acasa-pe-cutitarul-care-a-injunghiat-o-prostituata-de-lux~ni3nma

auftauchte, bei dem ein vom Alter passender Mann gleichen Namens wie der Festgenommene 2005 schon wegen eines Mordversuchs an einer Prostituierten vor Gericht stand, muss ich zugeben, dass die Hinweise auf diese Person sich nun doch verdichten. Bisher galt für mich, dass die Indizien wie „ähnlicher PKW“ etc.  für mich nichts taugen und alles auf die Qualität des DNA-Nachweis ankommt, der eingeschränkt ist in dem Fall.
Solange hier keine Angaben zur Qualität und Wahrscheinlichkeit des DNA-Nachweis vorliegen, dafür aber gravierende Widersprüche beim Phantombild, ist das alles nicht überzeugend gewesen.
Stand der Typ aber früher schon wegen Mordverdacht vor Gericht und es gab einen dubiosen Freispruch, würde das das Gesamtbild schon erheblich beeinflussen, ich lass den Artikel mal stehen wie ich ihn geschrieben habe, aber rein intuitiv und gefühlsmässig unterstreicht das auch in meinen Augen, dass er es gewesen sein könnte – bleibt aber auf jeden Fall die Sache mit dem Phantombild, das war er definitiv nicht, hat der Typ etwas damit zu tun, so gab es einen Komplizen….

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